Makrozytäre Anämie

Bei einer  makrozytären Anämie (auch megaloblastäre Anämie) ist die Produktion der Erythrozyten (Erythropoese) aufgrund eines Mangels an Vitamin-B12 (Cobalamin), seltener von Thiamin oder Folsäure, eingeschränkt. Dieser Mangel führt dazu, dass die roten Blutkörperchen sich nicht vollständig entwickeln können - sie bleiben in einer (größeren) Vorstufe hängen. Da diese Vorstufe, die sog. Retikulozyten, größer sind als die Erythrozyten, spricht man von einer "makrozytären" Anämie.

Makrozytäre Anämie
Makrozytäre Anämie: Erythrozyten haben verminderte Hämoglobinmenge und sind größer, weil sie nicht voll ausreifen (Vorstufe ist größer)

Bei der makrozytären Anämie ist das mittelere Erythrozytenvolumen zu groß, siehe MCV-Wert erhöht. Das Blut wirkt aufgrund des hohen Eisenanteils in den Erys kräftiger bzw. leuchtender rot als gewöhnlich (hyperchromhyper=vermehrt). Der Hämoglobin-Anteil pro Erythrozyt lässt sich an der Menge von Hämoglobin pro Zelle ablesen (Blutwert "MCH": Mittleres Korpuskuläres Hämoglobin).

Typischerweise wird daher diese Anämie als „makrozytäre, hyperchromen Anämie“ beschrieben.

Der Vitamin-B12-Mangel kann vielfältige Ursachen haben:

Auch ein Folsäure-Mangel kann verschiedene Ursachen haben:

Blutwerte bei einer normozytären Anämie

Da die Größe der Erys bei einer normozytären Anämie normal ausgebildet ist, liegen die Werte für das einem mittleren Erythrozytenvolumen (Blutwert MCV) im Normbereich von etwa 76 bis 100 fl (Femtoliter pro Zelle). Allerdings sind zu wenige Erys im Blut, so dass der Hämatokrit verringert ist (Männer: unter 42%, Frauen: unter 37%). Entsprechend ist auch das Hämoglobinmenge pro Deziliter Blut zu gering (Männer: unter 13 g/dl, Frauen: unter 12 g/dl).

Was ist eine Anämie?

Der Begriff Anämie stammt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie "ohne Blut". Man spricht umgangssprachlich auch von Blutarmut oder Blutmangel. Bei einer Anämie ist die Sauerstoff-Transport-Fähigkeit des Blutes vermindert. In den Organen kommt weniger Sauerstoff (Energie) an als eigentlich erforderlich wäre. In der Folge reagiert der Körper meist mit einer erhöhten Herzmuskelfrequenz. Das Blut wird dadurch schneller durch den Körper gepumpt. Allerdings ist diese erhöhte Herzaktivität belastend.

Anämie
Anämie

Bei einer Anämie ist die Konzentration von Hämoglobin im Blut vermindert. Das ist der rote Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). In aller Regel geht die verminderte Hämoglobin-Konzentration mit einem Mangel an funktionstauglichen Erythrozyten einher.

Hämoglobin
"Hämoglobin" © M. Mißfeldt (Bildquelle)

Die Erythrozyten bestehen zu rund 90% aus Hämoglobin. Dieser Proteinkomplex besteht aus vier Globinen (Aminosäureketten) mit jeweils einer Häm-Gruppe. Im Zentrum der Hämgruppe sitzt ein Eisen-Ion. An dieses Eisen-Ion kann sich Sauerstoff anhaften - oder Kohlendioxyd.

Neben der mikrozytären Anemie gibt es zwei weitere Anemie-Arten, die anhand der Größe und Farbe der Erythrozyten unterschieden werden:

Symptome einer makrozytären Anämie

Die typischen Symptome einer makrozytären Anämie ähneln denen der anderen Anämie-Arten. Sie sind entweder direkt auf den Sauerstoffmangel, also die mangelnde "Energieversorgung" der Zellen zurückzuführen, oder treten als Folgeerscheinungen auf. Zu den ersten Anzeichen gehören:

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