Mikrozytäre Anämie

Bei einer mikrozytären Anämie sind die Blutzellen zu klein, weil nicht genügend Hämoglobin gebildet werden kann. Ursache sind meist Eisenmangel oder Probleme beim Speichern oder Transportieren des Eisens im Körper. Am weitesten verbreitet ist die Eisenmangelanämie (ca. 80%, zum größten Teil weibliche Patientinnen).

Mikrozytäre Anämie
Mikrozytäre Anämie: Aufgrund von Eisenmangel können die Erythrozyten nicht ausreichend Hämoglobin bilden

Ursache für den Eisenmangel bei der Blutbildung (Hämatopoese) können sein:

Bei einer normozytären Anämie ist der MCV-Wert vermindert.

Hämoglobinopathie

Wenn die Ursache für die verminderte Hämoglobinproduktion erblich bedingt ist, spricht man von einer Hämoglobinopathie. Diese gehören zu den häufigsten Erbkrankheiten der Weltbevölkerung. In den Ländern Nord- und Mitteleuropas und ebenso in Deutschland haben sie durch die Immigration in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Zu den Hämoglobinopathie gehören u.a die

Im Falle von bösartigen Tumorerkrankungen spricht man von einer Tumoranämie.

Hypochromie

Bei der mikrozytären Anämie sind die roten Blutkörperchen aufgrund des geringeren Eisenanteils zudem meist auch blasser als gewöhnlich (hypochrom), siehe auch Hypochrome Anämie (Hypochromie). Der Hämoglobin-Anteil pro Erythrozyt lässt sich an der Menge von Hämoglobin pro Zelle ablesen (Blutwert "MCH": Mittleres Korpuskuläres Hämoglobin).

 

Blutwerte bei einer mikrozytären Anämie

Da die Größe der Erys bei einer mikrozytären Anämie zu gering ist, liegen die Werte für das einem mittleren Erythrozytenvolumen (Blutwert MCV) unterhalb des Normbereich von 76 bis 100 fl (Femtoliter pro Zelle). Zudem ist die Menge von Hämoglobin pro Zelle (Blutwert MCH: Mittlere Korpuskuläre Hämoglobin) deutlich egringer als normal (unter 27 pg (Pikogramm) pro Erythrozyt. Entsprechend ist auch die Menge an Hämoglobin pro Volumen der Erythrozyten (Blutwert MCHC: Mittlere Korpuskuläre Hämoglobinkonzentration) verringert. Der Normbereich liegt zwichen 32 und 36 g / dL (Gramm pro Deziliter).

Der Mangel an Hämoglobin - und damit an "rotem" Eisen, ist also geringer als normalerweise, so dass die Erythrozyten blass aussehen (hypochrom). Eine Anämie dieser Kategorie wird daher auch als „mikrozytäre, hypochromen Anämie“ bezeichnet.

Was ist eine Anämie?

Der Begriff Anämie stammt aus dem griechischen und bedeutet so viel wie "ohne Blut". Man spricht umgangssprachlich auch von Blutarmut oder Blutmangel. Bei einer Anämie ist die Sauerstoff-Transport-Fähigkeit des Blutes vermindert. In den Organen kommt weniger Sauerstoff (Energie) an als eigentlich erforderlich wäre. In der Folge reagiert der Körper meist mit einer erhöhten Herzmuskelfrequenz. Das Blut wird dadurch schneller durch den Körper gepumpt. Allerdings ist diese erhöhte Herzaktivität belastend.

Anämie
Anämie

Bei einer Anämie ist die Konzentration von Hämoglobin im Blut vermindert. Das ist der rote Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). In aller Regel geht die verminderte Hämoglobin-Konzentration mit einem Mangel an funktionstauglichen Erythrozyten einher.

Hämoglobin
"Hämoglobin" © M. Mißfeldt (Bildquelle)

Die Erythrozyten bestehen zu rund 90% aus Hämoglobin. Dieser Proteinkomplex besteht aus vier Globinen (Aminosäureketten) mit jeweils einer Häm-Gruppe. Im Zentrum der Hämgruppe sitzt ein Eisen-Ion. An dieses Eisen-Ion kann sich Sauerstoff anhaften - oder Kohlendioxyd.

Neben der mikrozytären Anemie gibt es zwei weitere Anemie-Arten, die anhand der Größe und Farbe der Erythrozyten unterschieden werden:

Symptome einer mikrozytären Anämie

Die typischen Symptome einer mikrozytären Anämie ähneln denen der anderen Anämie-Arten. Sie sind entweder direkt auf den Sauerstoffmangel, also die mangelnde "Energieversorgung" der Zellen zurückzuführen, oder treten als Folgeerscheinungen auf. Zu den ersten Anzeichen gehören:

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