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Erythrozyten.net : Thrombozyten

Thrombozyten zu hoch - Blutwert THROM erhöht

Thrombozyten (aktiviert)
Thrombozyten (aktiviert)

Der Thrombozyten-Wert ist eine Kennzahl im Zusammenhang mit einer ärztlichen Diagnose. Oft wird erst im Vergleich mit anderen Kennzahlen und Symptomen ein Krankheitsbild erkennbar. Eine Überschuss an Thrombozyten (Blutplättchen) im Blut wird auch als Thrombozytose bezeichnet. Der Blutwert "Throm" bzw "Thrombozyten" ist dann höher als im statistischen Mittel bei gesunden Patienten. Der Wert wird bei einer Blutuntersuchung von einem Labor ermittelt - meist im Rahmen eines Kleinen Blutbildes. Auf manchen Berichten ist der Thrombozytenwert auch als "PLT" ausgegeben, dann handelt es sich um die englische Form ("Platelets" für "Blutplättchen).

Warum sind Thrombozyten wichtig?

Im Blut schwimmen im Blutplasma drei wichtige Zellarten: Neben den Erythrozyten, die für den Sauerstofftransport verantwortlich sind, und den Leukozyten, die auf die Abwehr von Fremdkörpern spezialisiert sind (Immunsystem), sind die Thrombozyten dafür zuständig, den reibungslosen Fluss des Blutes in den Blutgefäßen (Blutbahn) zu garantieren.

Bestandteil des Blutes Anzahl pro µl (Mikroliter)
Erythrozyten (rote Blutkörperchen) ca. 4 - 5 Mio
Thrombozyten (Blutplättchen) ca. 150.000 - 380.000
Leukozyten ca. 4.000 - 9.000

Eine Verletzung der Blutbahn stellt für einen Organismus ein lebensbedrohliches Risiko dar. Theoretisch würde das Blut dann komplett "abfließen". Die Versorgung der Organe mit Sauerstoff, Nährstoffen und Abwehrstoffen wäre nicht mehr gewährleistet - der Organismus würde sterben. Die kleinen Thrombozyten haften sich im Falle einer Verletzung an die Wunde und entfalten ihre Tentakel. So lagern sich schnell weitere aktivierte Thrombozyten an und verschließen in kurzer Zeit die Wunde. Man bezeichnet diesen Vorgang auch als Thrombozytenaggregation (Aggregation = Zusammenlagerung) oder einfach Blutgerinnung.

Thrombozyten Normalwerte

Bei gesunden erwachsenen Menschen gilt eine Thrombozytenanzahl von 150.000 bis 380.000 pro Mikroliter (µl) Blut als Normalwert. Der Wert ist bei Kindern und Jugendlichen höher als bei Erwachsenen - was auch durchaus Sinn macht.

Die folgende Tabelle zeigt die normale Anzahl der Thrombozyten in einen Mikroliter Blut. Ein Mikroliter ist ein Tausendstel Milliliter. Ein Blutstropfen enthält etwa 0,1 ml, also ca. 100 Mikroliter.

Bestandteil des Blutes Anzahl pro µl (Mikroliter)
Neugeborene 220.000 - 450.000
1. bis 6. Lebensjahr 200.000 - 400.000
7. bis 18. Lebensjahr 170.000 - 390.000
Erwachsene 150.000 - 380.000

In einem Tropfen Blut sind also rund 25.000 Thrombozyten (und ca. 450 Millionen Erythrozyten). Hierbei handelt es sich um statistische Mittelwerte von gesunden Menschen. Im Einzelfall kann es auch Abweichungen geben, die völlig normal und unbedenklich sind. Ob ein erhöhter Thrombozytenwert genauer untersucht werden muss oder nicht, kann letztlich nur ein Arzt entscheiden. Dabei wird er vor allem auch die anderen Blutwerte beachten: wenn die allesamt normal sind, besteht meistens kein Anlass zur Sorge. Dennoch sollte man natürlich eine Ärztin oder einen Arzt konsultieren, wenn der Wert erhöht ist.

Zu viele Thrombozyten, Wert zu hoch
Zu viele Thrombozyten, Wert zu hoch

Ursache für erhöhte Thrombozyten-Werte

Es gibt zwei potentielle Möglichkeiten, wenn zu viele Thrombozyten im Blut sind: entweder werden zu viele gebildet - oder sie werden zu langsam abgebaut. Thrombozyten werden im Knochenmark gebildet und ins Blut abgegeben. Sie haben eine durchschnittliche Lebensdauer von ca. 8 bis 12 Tagen. Danach werden sie abgebaut, vorangig in der Milz, aber auch in der Lunge und in der Leber.

Allerdings können erhöhte Thrombozyten-Werte auch völlig andere Ursachen haben, nämlich dann, wenn der Körper dem Knochenmark signalisiert, dass mehr Thrombozyten erforderlich sein könnten. Das ist bei vielen Entzündungserkrankungen, die die Blutgefäße betreffen, der Fall. Man spricht auch von Infektionen aufgrund von Bakterien oder Viren. Aber auch Tumore können eine Erhöhung der Throbozyten hervorrufen. In diesem Fall spricht man von einer reaktiven Thrombozytose.

Vor allem bei Erkrankungen der Milz und entsprechenden Behandlungen oder Operationen treten erhöhte Thrombozytenkonzentrationen auf, die in der Folge regelmäßig überprüft werden sollten.

Medikamente als Ursache

Nicht selten kommt es nach der Einnahme von Medikamenten zu unnatürlichen Thrombozyten-Werten. Die Wirkstoffe bringen auf verschiedene Weise den natürlichen Produktions- und Abbauprozess durcheinander. In vielen Fällen sind die temporären Unregelmäßigkeiten jedoch zu verkraften. Die erhöhte Thrombozyten-Anzahl vergrößert zwar geringfügig die Gefahr einer Thrombose, aber der positive Aspekt des Wirksoffs überwiegt meist diesen Nachteil. Auch das kann letztlich nur ein Arzt im Einzelfall abwägen und entscheiden.

Wenn zu wenig Thrombozyten im Blut vorhanden sind (also quasi das Gegenteil der Thrombozytose, wird das als Thrombozytopenie bezeichnet.

Weiterführende Links / Quellen