Thrombozytenaggregation (Blutgerinnung)

Thrombozyten (aktiviert)
Thrombozyten (aktiviert)

Als Thrombozytenaggregation bezeichnet man - grob vereinfacht - den Vorgang der Blutgerinnung. (Aggregation = Zusammenlagerung). Im Falle einer Verletzung der Blutgefäße lagern sich die ersten Thrombozyten an dem verletzten Gewebe an. Sie entfalten ihre Tentakel und nehmen dadurch deutlich an Größe zu. Durch das Enzym Thrombin wird das Protein Fibrin freigesetzt.

Fibrin ist so eine Art "Zellklebstoff". Weitere vorbeifließende Thrombozyten haften daran an, die sich wiederum auffalten, ausdehnen und Fibrin freisetzen. Der Prozess läuft in sehr kurzer Zeit ab, weil das vorbeifließende Blut viele Thrombozyten enthält. So entsteht in kurzer Zeit ein feinmaschiges Netz aus hundertausenden Thrombozyten, durch das die anderen Bestandteile des Blutes nicht mehr hindurchpassen. Die Wunde ist geschlossen.

Thrombozytenaggregation - Blutgerinnung
Thrombozytenaggregation - Blutgerinnung

Thrombozyten (auch Blutplättchen genannt) sind Zellen im Blut, die für die Blutgerinnung zuständig sind. Von den drei genannten sind die Thrombozyten mit nur 2-3 µm (Mikrometer) die kleinsten Zellen - die Erythrozyten sind mit circa  7,5 µm etwa drei mal so groß. Thromozyten betshen zum größten Teil aus Proteinstrukturen. Das sind lange Ketten von Aminosäuren, die eine bestimmte räumliche Struktur ausbilden. Das Besondere bei den Thromozyten ist, dass sie im nihct-aktivierten Zustand relativ klein sind und eine nahezu glatte Oberfläche besitzen. Sie fließen daher zusammen mit den Erythrozyteh und den Leukozyten im Blutplasma und durchströmen den Organismus. Die Proteinketten sind quasi zusammengefaltet und schmiegen sich eng zusammen.

Thrombozyten (Blutplättchen)
Thrombozyten (Blutplättchen) - zusammen mit Erythrozyten (rote Blutkörperchen)

Wenn in einem Blutgefäß eine Verletzung auftritt, werden die Thrombozyten jedoch aktiviert (mithilfe eines Enzyms). Dann entfalten sich die langen Tentakel. Diese verfangen sich ineinander und bilden so in kurzer Zeit einen Klumpen, der weder Blutkörperchen noch Blutplasma hindurchlässt.

Nach einigen Minuten bildet sich Fibrin, eine Art Körper-Klebstoff. Diese Fibrin-Lamellen verschließen dann die Wunde. Die Thromozyten sorgen also dafür, dass bei Verletzungen der Blutgefäße möglichst wenig Blut aus der Blutbahn gelangt. Hier der gesamte Vorgang der Throbozytenaggregation:

Blutgerinnung - Thrombozytenaggregation
Blutgerinnung - Thrombozytenaggregation

Der Begriff "Thrombozyt" leitet sich aus dem altgriechischen ab und bedeutet so viel wie "Klumpen". Sie haben keine glatte Oberfläche, sondern bestehen aus einem Klumpen feiner Verästelungen mit zahlreichen Tentakeln. Diese werden jedoch normalerweise erst im aktiven Zustand ausgebildet - ansonsten würden sie die Blutgefäße verstopfen.

Siehe auch: Thrombozyten zu hoch - Throm-Wert erhöht

Koagulum und Thrombus

Die weiße, manchmal eitrige Schicht, die sich äußerlich über der Wunde bildet, ist eine Mischung aus den drei Blutzellarten Erythrozyten, Leukozyten und Thrombozyten, zusammengehalten durch den Körperklebstoff Fibrin. Man nennt diese Schicht auch Koagulum (oder auch Blutpfropf bzw. extravasales Blutgerinnsel).

Wenn sich die Wunde im Inneren des Blutgewebes bildet, spricht man von einem Thrombus. Dieser wird nach der Wundheilung in der Regel problemlos weggespült und abgebaut. In manchen Fällen kann das aber auch schwerwiegende Probleme verursachen, zum Beispiel einen Herzinfarkt, eine Thrombose oder in deren Folge die Lungenembolie. Hauptproblem ist dabei eine Verhärtung und Verengung der Blutgefäße - diese nennt man Atherosklerose.

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