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Erythrozyten.net : Hämatokrit-Wert

Was ist der Hämatokrit-Wert?

Hämatokrit-Wert
Hämatokrit-Wert

Wer schon einmal beim Arzt einen Bluttest hat machen lassen, weiß, dass eine wichtige Kennzahl der sogenannte Hämatokrit-Wert ist. Was verbirgt sich dahinter?

Hämatokrit (Abkürzung: HctHkt oder Hk) bezeichnet den Anteil aller zellulären Bestandteile am Volumen des Blutes. Blut besteht aus Wasser, Plasma und zellulären Bestandteilen, den Blutzellen. Und genau um diese Blutzellen geht es. Es gibt davon eine ganze Reihe, mit jeweils unterschiedlichen Funktionen, zum Beispiel Erythrozyten (rote Blutkörperchen für den Sauerstoff-Transport), Thrombozyten (für die Blutgerinnung) sowie Leukozyten (für die Abwehr von Fremdkörpern und Krankheitserregern). Aus der Verteilung und Anzahl dieser Bestandteile kann ein Arzt wichtige Rückschlüsse ziehen.

Hämatokrit

Der Hämatokrit ist hauptsächlich von der Konzentration der Erythrozyten abhängig, die rund 99 % der zellulären Bestandteile des Blutes ausmachen. Damit ermöglicht die Bestimmung des Hämatokrit-Wertes vor allem einen Rückschluss auf den Anteil der Erythrozyten im Blut. Darüber hinaus kann der Hämatokrit-Wert Aufschluss über den Wasserhaushalt des Patienten geben.

Was sagt der Hämatokritwert aus?

Grob vereinfacht kann man sagen: der Hämatokritwert beschreibt das Fließverhalten des Blutes.

Das Fließverhalten ist insofern relevant, weil das Herz um so stärker pumpen muss, je zähflüssiger das Blut ist. Durch einen geringeren Hämatokritwert wird das Herz und der gesamte Kreislauf also entlastet (gut so).

Andererseits muss man aber auch aufpassen, das der Hämatokrit-Wert nicht aufgrund eines Erythrozyten-Mangels so gering ist. Denn eine ausreichende Anzahl an Erythrozyten ist für die Suaerstoffversorgung des Organismus existenziell wichtig.

Normaler Hämatokrit-Wert bei Menschen

Normale Hämatokrit-Werte liegen bei Männern zwischen 42 und 50 % und bei Frauen zwischen 37 und 45 %. Auch nach einer starken Blutung kann der Hämatokrit normal sein, da sowohl Zellen als auch Flüssigkeit verloren gehen. Der optimale Hämatokrit-Wert liegt nach Modellberechnungen aus strömungsphysikalischer Sicht (die Viskosität einer Flüssigkeit hängt von der Viskosität des Lösungsmittels und dem Volumenanteil ihrer festen Bestandteile ab) bei etwa 40 %.

Erhöhter Hämatokrit-Wert

Wenn man sehr viele rote Blutkörperchen - im Verhältnis zum Blutplasma - hat, spricht man von einem erhöhten Hämatokrit-Wert. Das zeigt zunächst einmal einen Flüssigkeitsmangel an. (siehe Dehydratation und Exsikkose). Ein Hämatokrit kann bis zu 70 Prozent (rote Blutkörperchen) betragen. Solche Werte können zum Beispiel bei Anstrengungen in den Bergen entstehen.

Durch das Einnahmen von Medikamenten kann man das Blut wieder verflüssigen. Im Radsport und anderen Sportarten nennt man den missbräuchlichen Umgang mit solchen Medikamenten auch Doping bzw. Blutdoping (z.B. mit Epo). Viele Sportverbände haben daher in ihren Richtlinien Grenzwerte für den Hämatokrit-Wert festgelegt. In den meisten Fällen liegt er bei 50 % bei Männern und 47% bei Frauen.

Verminderter Hämatokrit-Wert

Wenn man im Verhältnis zu viel Flüssigkeit bzw. zu wenig rote Blutkörperchen im Blut hat, spricht man von einem verminderten bzw. zu niedrigem Hämatokrit-Wert. Der Patient ist dann "überwässert". Ursache kann ein Rückgang der Erythrozyten-Produktion sein. Das wäre ein Hinweis auf eine Anämie (Blutarmut).

Durch Ausdauertraining wird der Hämatokrit gesenkt, weil das Blutvolumen stärker ansteigt als die Zahl der roten Blutzellen. Das führt zu einer verringerten Viskosität (Zähflüssigkeit) des Blutes. Das Blut reibt weniger stark an den Wänden der Blutgefäße, so dass das Herz eine geringere Arbeit leisten muss. Durch den größeren Anteil an Blutplasma ist die Flüssigkeitsreserve, die dem Körper zur Kühlung zur Verfügung steht, erhöht (siehe Schwitzen).

Hämatokrit-Bestimmung mittels Zentrifugieren

Bestimmt wird der Hämatokrit durch Zentrifugieren einer gerinnungsfreien Blutprobe in einem Röhrchen. Kurz gesagt: das Blut wird in einem Glasröhrchen sehr schnell gedreht. Durch die Fliehkraft trennen sich unterschiedlich schwere Schichten voneinander. Die Gerinnung des Blutes wird dabei durch Zugabe von EDTA (Ethylendiamintetraacetat) oder Heparin verhindert. Die schwereren roten Blutkörperchen setzen sich vom Blutplasma ab. Anschließend wird ermittelt, wie diese Verteilung aussieht, also ob das Verhältnis zwischen roten Blutkörperchen und Plasma normal ist.

Was tun bei veränderten Hämatokrit-Wert?

Der Hämatokrit-Wert ist eine wichtige Kennzahl im Zusammenhang mit einer ärztlichen Diagnose. Die Ursachen können sehr verscheiden sein. Oft wird erst im Vergleich mit anderen Kennzahlen ein Krankheitsbild erkennbar. Wer einen nicht-normalen Hämatokrit-Wert hat, sollte das mit einem Arzt / einer Ärztin besprechen. Scheuen Sie sich nicht, nachzufragen...

Hämatokrit-Wert
Hämatokrit-Wert

Siehe auch: Wikipedia/Hämatokrit