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Erythrozyten.net : Cholesterin

Was ist Cholesterin?

Cholesterin, auch Cholesterol, leitet sich vom griechischen chole ab, was "(schwarze) Galle" bedeutet und stereós, zu deutsch "fest, hart, verhärtet". Die Bezeichnung wurde 1824 von dem Chemiker Michael Eugène Chevreul geprägt, der dieses Molekül als erster in der Galle nachweisen konnte. Cholesterin ist ein lebenswichtiges Zoosterin - ein polycyclischer Alkohol, der zu den Lipiden gerechnet wird. Entgegen weit verbreiteter Meinung ist es jedoch kein Fett, dass laut Definition drei lange Ketten bildet (sog. Triglyceride). Cholesterin hat aber ähnliche Eigenschaften wie Fette: es ist fettlöslich (lipophil) und wasserabweisend (hydrophob). Cholesterin kommt ausschließlich in tierischen Organismen vor und wird auch nur von diesen gebildet.

CholesterinCholesterin © M. Mißfeldt

Ein erwachsener Mensch stellt Cholesterin zum Großteil (90 %) im Körper selbst her, etwa 1-2 Gramm pro Tag. Der Rest wird über die Nahrung aufgenommen (ca. 0,1 - 0,2 g pro Tag).

Der Abbau von Cholesterin findet überwiegend in der Leber statt. Im Durchschnitt kann ein Mensch pro Tag etwa 0,1 - 0,3 g Cholesterin abbauen, dieser Wert kann bis maximal 0,5 g (500 mg) hochgehen. Je nach Ernährung kann das weniger sein als man mit der Nahrung zu sich nimmt. Dann sammelt sich Cholesterin im Körper an. In der Leber wird überschüssiges Cholesterin mit Hilfe der Gallensäure ausgeschieden. Allerdings wird ein großer Teil dieser Gallensäure im Darm wieder aufgenommen - was dazu führt, dass der menschliche Körper nur relativ uneffektiv Cholesterin abbaut. Mit Hilfe von Medikamenten kann allerdings das Wiederaufnehmen von Gallensäure behindert werden - was zu einer Minderung des Cholesterinspiegels führt.

Wofür braucht man Cholesterin?

Der menschliche Körper enthält etwa 140 g Cholesterin, über 95 % davon befindet sich innerhalb der Zellen und Zellmembranen. Es dient vor allem als Grundbaustein für die Bildung verschiedener Hormone, z.B. die Geschlechtshormone Testosteron, Östradiol und Progesteron und Nebennierenhormone (Corticoide) wie Cortisol und Aldosteron. Auch Gallensäuren wie Cholsäure und Glykocholsäure basieren auf der Ausgangssubstanz Cholesterin.

Ein Zwischenprodukt der Cholesterinbiosynthese, das 7-Dehydrocholesterin, ist das Provitamin zur Bildung von Vitamin D durch UV-Licht.

Darüber hinaus sorgt es in den Zellmembranen aufgrund seiner Eigenschaften für Stabilität und hilft beim Stoffaustausch zwischen Zelle und der Umgebung (eine Art kontollierbares Tor in der Zellwand).

Cholesterin wird über das Blut transportiert. Dafür wird es an sog. Lipoproteine gebunden. Diese können unterschiedlich aufgebaut sein. Beim Zentrifugieren - zum Beispiel beim Kleinen oder großen Blutbild - werden diese Liopproteine dann separat abgelagert, so dass man ihre Menge messen kann. Dazu gehören:

Der Cholesterinspiegel

Die Höhe des Cholesterinspiegels kann bei der ärztlichen Diagnose helfen, Krankheiten zu erkennen und zuzuordnen. Allerdings hängt die gesunde Höhe von verschiedenen Faktoren ab, die einbezogen werden müssen:

Grob verallgemeinert kann man sagen: je niedriger der Cholesterinspiegel, um so besser. Es gibt einen Zusammenhang mit dem sog. Body-Mass-Index: je fitter man ist (sportlich und ausgeglichen), um so niedriger der Cholesterinspiegel.

Die Höhe des Cholesterinspiegels hängt vor allem von der körpereigenen Produktion ab und erst in zweiter Linie von der Zufuhr über die Nahrung. Darüber hinaus kann ein hoher Cholesterinspiegel aber auch genetisch veranlagt sein. Und er kann aufgrund von Erkrankungen hoch sein (z.B. Niereninsuffizienz). Was genau die Ursache ist, sollte man gg. mit einem Arzt besprechen.

In Deutschland liegt der durchschnittliche Gesamtcholesterinspiegel der Altersgruppe zwischen 35 und 65 Jahren zwischen 190 mg/dl und 282 mg/dl.

2005 wurde in einer Studie nachgeweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Cholesterinspiegel und Stress gibt - allerdings unterschiedlich stark ausgeprägt. Man kann jedoch sagen, dass ein hoher Cholesterinspiegel auch durch viel Stress verursacht sein könnte.

Ernährung bei hohem Cholesterinspiegel

Gemäß den Empfehlungen der DGFF (Lipid-Liga) sollten hierbei folgende Punkte bei der Nahrungsaufnahme bedacht werden:

  1. Wenig fettes Fleisch, Innereien, Wurstwaren, Käse und Eigelb
  2. Fettarme Zubereitung
  3. Wenig tierische Lebensmittel
  4. Mehrmals am Tag frisches Obst und Gemüse
  5. Verwendung von Pflanzenöl
  6. Verzicht auf Alkohol
  7. Ausreichend Bewegung

Man sollte allerdings beachten, dass ein Großteil des Cholesterins vom Körper selbst gebildet wird. Der Einfluss durch die Nahrung ist also verhältnismäßig gering und kann sich vor allem erst durch langfristiges Ernährungsverhalten langsam ändern. Entscheidend bei der Ernährung sind zudem nicht der Cholesteringehalt selber, sondern die gestättigten Fettsäuren (z.B. gebratenes Fleisch). Die genauen Ursache-Wikrung-Mechanismen sind jedoch wissenschaftlich noch nicht eindeutig nachgewiesen - daher gibt es von verschiedenen Lobbygruppen unterschiedliche Empfehlungen.

Cholesterin in der Muttermilch

In der Muttermilch ist ein hoher Cholesterinanteil enthalten. Es wird angenommen, dass sich das positiv auf das Wachstum auswirkt, insbesondere auf die Bildung von Nervenzellen und damit des Gehirn. Überspitzt formuliert: Cholesterin fördert bei Babys das Denkvermögen. Babynahrungshersteller verzichten allerdings auf die Zugabe von Cholesterin in Trockenmilch-Produkte, weil Cholesterin für viele ein eher negatives Image hat.

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