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Erythrozyten.net : Blutplasma

Was ist Blutplasma?

Blutplasma und Erythrozyten
Blutplasma und Erythrozyten

Wenn man Blut zentrifugiert (schnell im Kreis schleudert), bilden sich im Reagenzglas drei separate Schichten: Unten setzen sich die Erythrozyten ab (ca. 43% Anteil), es folgen die übrigen Blutzellen (Thrombozyten, Leukozyten etc.), die aber im Verhältnis nur gering sind. Der größte Teil des Blutes besteht aus Blutplasma. Frauen haben im Verhältnis etwas mehr Blutplasma als Männer:

Im Gegensatz zum Blutserum enthält Blutplasma aber noch alle Gerinnungsfaktoren und ist das Ausgangsmaterial für die Plasmafraktionierung.

Das flüssige Blutplasma dient als Transportmedium im Körper. Im Blutplasma werden verschiedene Substanzen transportiert, z.B. Hormone, Zucker, Fette, Proteine, Kohlendioxid und Sauerstoff.

Hämatokrit-Wert

Das Verhältnis von Blutplasma zu den zellulären Bestandteilen des Blutes, also Erythrozyten und die übrigen Blutzellen, haben als Hämatokrit-Wert  (Abkürzung: HctHkt oder Hk) eine große Bedeutung bei der ärztlichen Diagnose. Grob vereinfacht kann man sagen: der Hämatokritwert beschreibt das Fließverhalten des Blutes.

Das Fließverhalten ist insofern relevant, weil das Herz um so stärker pumpen muss, je zähflüssiger das Blut ist. Durch einen geringeren Hämatokritwert wird das Herz und der gesamte Kreislauf also entlastet (gut so).

Andererseits muss man aber auch aufpassen, das der Hämatokrit-Wert nicht aufgrund eines Erythrozyten-Mangels so gering ist. Denn eine ausreichende Anzahl an Erythrozyten ist für die Sauerstoffversorgung des Organismus existenziell wichtig.

Wenig Plasma: Erhöhter Hämatokrit-Wert

Wenn man sehr viele rote Blutkörperchen - im Verhältnis zum Blutplasma - hat, spricht man von einem erhöhten Hämatokrit-Wert. Das zeigt zunächst einmal einen Flüssigkeitsmangel an ( Dehydratation und Exsikkose). Ein Hämatokrit kann bis zu 70 Prozent (rote Blutkörperchen) betragen. Solche Werte können zum Beispiel bei Anstrengungen in den Bergen entstehen. Mehr zum Thema: Hämatokrit zu hoch.

Viel Plasma: Verminderter Hämatokrit-Wert

Wenn man im Verhältnis zu viel Flüssigkeit bzw. zu wenig rote Blutkörperchen im Blut hat, spricht man von einem verminderten bzw. zu niedrigem Hämatokrit-Wert. Der Patient ist dann "überwässert". Ursache kann ein Rückgang der Erythrozyten-Produktion sein. Das wäre ein Hinweis auf eine Anämie (Blutarmut). Mehr zum Thema: Hämatokrit zu niedrig.

Bestandteile des Blutplasmas

Blutplasma besteht zu ca. 90 Prozent aus Wasser. Der Rest sind chemische Substanzen sowie Ionen (Elektrolyte). Mit diesen Stoffen und Elementen werden alle Organe / Zellen eines Organismus versorgt (je nach Bedarf).

Stoff Anteil
Plasmaproteine 60 bis 80 g/l
Glukose 4,5 bis 5,5 mmol/l
Nicht-Protein-Stickstoff 15 bis 30 mmol/l
    Harnstoff-Stickstoff 3,5 bis 7,0 mmol/l
    Aminosäuren-Stickstoff 3 bis 5 mmol/l
    Kreatinin 70 bis 140 μmol/l
    Kreatin 25 bis 70 μmol/l
    Harnsäure 150 bis 400 μmol/l
Lipide (insgesamt) 4,5 bis 8,5 g/l
    Triglyzeride 0,6 bis 2,4 mmol/l
    Cholesterin (insgesamt) 4,0 bis 6,5 mmol/l
        Frei 0,25 bis 0,35 mmol/l
        Verestert 0,65 bis 0,75 mmol/l
    Phospholipide 2,0 bis 3,0 mmol/l
    Freie Fettsäuren 0,3 bis 0,9 mmol/l
Organische Säuren 4 bis 6 mmol/l
    Laktat 1 bis 2 mmol/l
    Pyruvat 0,1 bis 0,2 mmol/l
    Citrat 0,1 bis 0,2 mmol/l
    Ketonkörper 0,3 bis 0,5 mmol/l

Zudem enthält das Blutplasma noch Elektrolyte, die für den Körper und dessen Wasserhaushalt lebenswichtig sind. Sie spielen als Ione bei der Regulierung des osmotischen Drucks eine herausragende Rolle (Austausch von Stoffen durch die Zellmembranen). Folgende Ionen sind im Blutplasma enthalten:

Elektrolyt (Ion) Anteil
Natrium (Na+) 135 bis 150 mmol/l
Kalium (K+) 3,5 bis 4,5 mmol/l
Calcium (Ca2+) 2,3 bis 2,6 mmol/l
Magnesium (Mg2+) 0,8 bis 1,2 mmol/l
Chlorid (Cl−) 99 bis 112 mmol/l
Hydrogencarbonat (HCO3−) 22 bis 26 mmol/l
Phosphat (PO43−) 0,77 bis 1,55 mmol/l

Bildlich formuliert: Das Blut ist wie ein Laufband in einem Restaurant, auf dem ununterbrochen praktisch alle denkbaren Gerichte vorbeifahren. Die Zellen können sich stets das herausnehmen, was sie gerade benötigen. Das Plasma ist dabei das Laufband, alles andere sind die Gerichte.

Quellen / Ressourcen

Wikipedia: Blutplasma