Was bedeutet der RDW-Wert?

Erythrozyten-Navigation

RDW ist die Abkürzung von "Red Cell Distribution Width". Der deutsche, medizinische Fachbegriff lautet Erythrozytenverteilungsbreite (EVB). Damit beschreibt man im Rahmen einer Blutuntersuchung, wie starkt die Abweichung der Größe der roten Blutkörperchen ist. Der RDW-Wert wird auf dem Ergebnis eines Blutbildes verzeichnet. Wenn er zu niedrig oder zu hoch ist, ist er meist farbig hervorgehoben. Da die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) nach der Reifung ihre Größe nicht mehr verändern, können Abweichungen des RDW auf Erkrankungen hindeuten.

Berechnung der Erythrozytenverteilungsbreite

Zur Berechnung der Red Cell Distribution Width (RDW) sind zwei Messwerte erforderlich:

Der RDW in Prozent errechnet sich aus der Formel: Standardabweichung mal 100 getielt durch den Mittelwert des Erythrozytenvolumens.

Berechnung der Erythrozytenverteilungsbreite (RDW)
Berechnung der Erythrozytenverteilungsbreite (RDW)

Normalwerte

Normalerweise sind die linsenförmigen Erythrozyten mit einer konkaven Einbuchtung in der Mitte etwa 7,5 Mikrometer breit. Die Dicke beträgt am Rand ca. 2 Mikrometer, im Zentrum nur rund 1 Mikrometer.

Erythrozyten Größe
Erythrozyten Größe: ca. 7,5 Mikrometer Durchmesser, ca. 1-2 Mirkometer dick

Im Normalzustand haben von 100 Erythroyten rund 86 - 89 eine Größe zwischen 6 und 9 Mikrometern. Ein Viertel davon hat die exakte Mittelwert-Normgröße von 7,5 Mikrometern. Das heißt, dass etwa 11,5 bis 14,5% der Erythrozyten von der mittleren Durschschnittsgröße abweichen.

Aus der Messung mithilfe der Durchflusszytometrie ergibt sich eine Verteilung, die sich als glockenförmige Kurve beschreiben lässt. Diese wird nach dem englischen Pathologen Cecil Price-Jones als Price-Jones-Kurve benannt.

Erythrozytenverteilungsbreite (EVB)
Erythrozytenverteilungsbreite (EVB)
RDW: Erythrozytenverteilungsbreite

RDW zu hoch

Stark erhöhte Werte sind ein Hinweis auf das Vorliegen verschiedener  Anämieformen, wie beispielsweise einer hämolytischen Anämie, einer  Eisenmangelanämie, einer perniziösen Anämie oder einer Kugelzellenanämie. Daneben kann eine deutliche Überschreitung des Referenzbereiches auch auf eine Osteomyelofibrose hindeuten.

Ein erhöhter Befund wird jedoch in der Regel nicht isoliert betrachtet, sondern dient im Zusammenhang mit anderen Laborwerten zur Differentialdiagnose.

RDW zu niedrig

Werte unterhalb des Referenzbereiches besitzen hingegen keine klinische Relevanz. Im Allgemeinen wird der EVB im klinischen Alltag kein großer Stellenwert beigemessen.

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