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Erythrozyten.net : Jan Swammerdam

Jan Swammerdam - Entdecker der Blutzellen

Der Niederländer Jan Swammerdam war ein berühmter Naturforscher und Biologe. Er lebte in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und war der erste, der ein Mikroskop nutze, um Blut zu untersuchen. Dadurch gelang ihm die Entdeckung der Blutzellen. Er sah dabei wohl die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Swammerdam hat zudem umfangreiches Wissen über Insekten angehäuft und das berühmte Experiment mit dem zuckenden Froschschenkel ersonnen.

Biografie

Jan Swammerdam wurde am 12. Februar 1637 geboren. Er studierte Medizin an der Universität Leiden bei Franciscus Sylvius. Nach Studienaufenthalten in Saumur und Paris kehrte er 1665 kehrte er nach Amsterdam zurück. 1667 promoviert er und wurde zum Doktor der Medizin.

Jan Swammerdam: Blutzellen im Mikroskop
Jan Swammerdam: Blutzellen im Mikroskop. So ungefähr sah wohl das mirkoskopierte Bild des Froschblutes aus, dass Jan Swammerdam gesehen hat (Bild-Montage)

Das Mikroskop als Grundlage bahnbrechender Entdeckungen

Blutwert Hämoglobinmenge (MCH)
Mikroskop von 
Antoni van Leeuwenhoek
Bildquelle: Deutsches Museum

Swammerdam gehörte zu den ersten Forschern, die das Mikroskop für wissenschaftliche Forschungen verwendeten. Das Mikroskop wurde um 1590 von dem Niederländer Zacharias Janssen erfunden. Er stand dabei im Austausch mit seinen Landsmännern Antoni van Leeuwenhoek und Christiaan Huygens. Bereits 1658 beschrieb er als erster Mensch die von ihm unter dem Mikroskop entdeckten (roten) Blutkörperchen in Frosch-Serum.

Von 1667 bis 1675 veröffentlichte Swammerdam drei Abhandlungen zur Naturgeschichte der Insekten, die ihm hohes Ansehen einbrachten.

Um 1670 erkrankte er an Malaria - einer bis dahin weitgehend unerforschten Krankheit. Für den Rest seines Lebens sollte er sich damit herumplagen.

1672 begann ein Krieg der Niederlande mit Frankreich. In kurzer Zeit kam der Handel und Wohlstand in Amsterdam zum Erliegen. Auch die Apotheke Swammerdam konnte nicht gerettet werden, wodurch die Familie in bittere Armut stürzte.

Rückzug zum Glauben und früher Tod

Swammerdams Leben endete tragisch: er starb mit nur 43 Jahren, schwer krank, verarmt, angefeindet und unglücklich. Er hatte gehofft, seine naturwissenschaftlichen Forschungen mit seinem tiefen Glauben an Gott in Einklang bringen zu können. Aber er musste erkennen, dass das Gegenteil der Fall ist. Je tiefer er in seine wissenschaftlichen Forschungen hineinsank, um so klarer wurde, dass die Bibel an allen Stellen Geschichten beschreibt, die naturwissenschaftlich nicht zu erklären sind.

Jan Swammerdam starb am 17. Februar 1680 in Amsterdam. Seine Aufzeichnungen gerieten zunächst in Vergessenheit. Erst 55 Jahre später wurden sie von Hermann Boerhaave ins Lateinische übersetzt und 1737/38 unter dem Titel Biblia naturae (Die Bibel der Natur) veröffentlichte.

Blutwert Hämoglobinmenge (MCH)
Darstellung verschiedener Pflanzengallen, gallbildender Insekten und 
deren Entwicklungszyklen, von Jan Swammderdam, Bildquelle: Humboldt-Universität Berlin

Wissenschaftliche Leistungen

Zu den herausragenden Leistungen von Jan Swammerdam gehören:

Froschschenkel-Muskel, Zeichnung von J. Swammerdam
Froschschenkel-Muskel kontraktiert bei Nerven-Beschnitt
Zeichnung von J. Swammerdam
Portrait von Jan Swammerdam
Fälschlicherweise als Portrait von Jan Swammerdam interpretiertes Bildnis. 
In Wirklichkeit handelt es sich um einem Mann
aus dem Rembrandt-Gemälde "Anatomie des Dr Tulp"

Der Philosoph Richard David Precht hat 2006 ein sehr interessantes Radio-Feature über Jan Swammerdam konzipiert und geschrieben. Man kann das Manuskript noch online lesen (PDF, sehr zu empfehlen!)

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